Den LandCruiser waschen…
… gehört zu jenen Dingen, die ich nur in zwei Fällen mache:
– wenn ich von einer Reise zurück kehre und er innen und aussen eine rostrote Farbe angenommen hat und ich beim Öffnen der Türen dreckige Finger bekomme und
– wenn ich auf eine Reise gehe… das ist ziemlich sinnlos, denn auf meinem Weg nach ˋIrgendwo‘ werde ich ihn über viele Gravelroads fahren und nach wenigen hundert Metern wird die Heckscheibe durch den roten Staub undurchsichtig sein und innen drin wird es nach rotem Sand riechen…
Und trotzdem habe ich den LandCruiser heute gewaschen. Und innen drin den Staub der letzten Monate (ich kann mich nicht mehr erinnern wann ich zum letzten Mal den Staubsauger benützt habe…) entfernt, die Scheiben gereinigt (da bin ich ziemlich pingelig), einen Blick unter die Motorhaube geworfen und dann den Reifendruck des Reserverades geprüft…
Nun steht er da – und wenn man nicht wüsste dass er 11 Jahre alt ist, nach meiner Reise 200‘000km auf dem Buckel hat und ich nur jeden dritten Service machen lasse, dann würde man ihn als fast ‚neu‘ bezeichnen.
Jedenfalls ist es ein gutes Gefühl mit einem ‚fast neuen Auto’ in die Snowy Mountains zu fahren. Nur Schneeketten habe ich nicht…
Ich gehe auf Reise…
… denn sonst hätte ich mich nach dem heutigen Lauftraining in einen bequemen Stuhl geworfen und den sagenhaften Zeichnungen der Cirrus-Wolken zugeschaut.
Am Mittwoch geht es los – nach Süden in Richtung Snowy Mountains. Die Wetterprognosen sind durchzogen – ich habe noch nicht gewagt einen Blick durch die Webcams auf den Berg zu werfen. Ich habe nur 4 Nächte in Jindabyne eingeplant und wenn sich der Berg verhüllen sollte, dann muss ich total umplanen.
‚Randy‘ füttern
Randy ist ein Rabe, hat vor einer Woche mit den ersten Flugstunden begonnen, hat am Rumpf noch flaumige Federn und kann krähen wie ein ausgewachsener Rabe – unaufhörlich!
Nur eines kann er noch nicht: sein Futter selber aufpicken. Er ist sozusagen immer noch bei ‚Mutter‘. Diese Mütter füttern ihre Jungen mit viel Geduld und über Wochen, bis es ihnen ‚reicht‘ und sie sich immer weiter vom ‚Schreihals‘ entfernen – damit dieser endlich begreift, dass nun Schluss ist mit dem Schlaraffenland…
Randy‘s Mutter heisst Susanne – heute Karl – weil Susanne an einer Generalversammlung ist.
Susanne ist mein Lehrmeister und ihre Anweisungen sind strikte zu befolgen! Keine „Das-könnte-man-auch-anders-machen-Touren“…
Randy kräht mich schon von weitem an und ich habe die Fleisch-Stückchen bereit … in der anderen Hand das iPhone für einen Videoclip!
Randy ist satt, klappt die Flügel zusammen und schweigt für eine halbe Stunde… Wenn er seine Fleisch-Stückchen selber aufpicken kann, dann machen wir den Käfig auf und hoffen, dass er dann irgendwo ‚sozialen Anschluss‘ findet…
Und ausserdem…
… ist noch ‚Shadow‘ zu füttern (ein junger Magpie) und zwei Kängurus.
Die beiden Kängurus haben nun eine Dreiviertelstunde ‚Ausgang‘ – ich kippe sie aus dem Beutel und dann beginnen sie mit dem Grasfressen, während ich mich in einen Stuhl setze und meinen Lunch vertilge.
Stur bleiben?
Und wenn ich die Wetterprognosen anschaue, dann werde ich wohl die ganz dicken Kleider einpacken müssen… Das kann ja „heiter“ werden!
