Last Minute works…

Es ist knochentrocken…

Die wenigen Millimeter Regen haben nicht geholfen. Der Rasen sieht aus wie nach einem Buschfeuer und die Regenwassertanks sind nun definitiv leer.

Es hat zwar im Garten ein paar Stellen, an denen offensichtlich noch etwas Wasser vorhanden ist (im unteren Teil und dort wo das Abwasser aus dem Septic Tank (unserer Kläranlage) im Boden versickert.

Und darum habe ich heute Morgen den ganzen Garten gemäht, obschon es eigentlich nichts zu mähen gab. Morgen kommen die Housekeeper und dann soll es doch ordentlich aussehen…

Und er hat doch ein Leck…

Bert hat einen Pool. Etwa halb so gross wie unser Pool. Sie wohnen seit über 10 Jahren hier. In diesen Jahren hat Bert den Pool keine 10 Mal benützt. Chris vermutlich noch seltener.

Ich frage sie, wie häufig sie ihren (ungeheizten) Pool denn auffüllen müsse. Nicht in den letzten 14 Tagen!, sagt sie, denn sie ist zuständig für die Reinigung und Pflege des Pools.

In der gleichen Zeit habe ich gute 4‘000 Liter Wasser in unseren Pool gefüllt. Da ich die Verdunstung des Wassers nie berechnet habe (was ich eigentlich können müsste), habe ich mich immer damit beruhigt, dass das Poolwasser eben verdunstet…

Da habe ich wohl einen massiven Denkfehler gemacht. Blöd ist nur, dass ich nun drei Wochen im Outback bin und mich nicht um diese Sache kümmern kann. Und weil die Regenwassertanks nun leer sind, müssen die Housekeeper eben mit Leitungswasser auffüllen…

Am Dienstag geht’s los…

Die Zeit müsste günstig sein, denn gemäss den „einheimischen“ Caravan-Fahrern sollten die „bloody Victorians“ nun auf der Rückreise nach Victoria sein. Und damit entvölkern sich die Caravanparks in Queensland – es ist nun wieder warm genug im Süden Australiens und die Rheuma-Rentner verlassen die warmen Orte, in denen sie sich meist wochenlang aufgehalten haben…

Meine erste Variante bis nach Mount Isa, Alice Springs, Port Augusta und über Mildura zurück, habe ich ziemlich schnell verworfen. Ein Blick auf die Streckenlänge und die Dauer hat mir die Lust an diesen reizvollen Zielen verdorben. Mit etwas mehr als 7‘000km wäre ich viel zu viel hinter dem Lenkrad gesessen.

Also habe ich die Limite auf unter 4‘000km gesenkt – das ist immer noch viel für drei Wochen…

Eckpunkt Longreach…

Lightning Ridge werde ich nun „links liegen lassen“. Schade, aber nicht zu ändern. Dafür werde ich in Goondiwindi mal auf eine Tour in die Cotton Fields gehen… dort wo mit viel Wasser Baumwolle in Monokulturen angebaut wird. Vielleicht beantwortet dann jemand meine kritischen Fragen…

In Longreach muss ich nachholen, was ich vor einem Jahr knapp verpasst habe: die Besichtigung einer Super Constellation im QUANTAS Museum. Und am nächsten Morgen werde ich auf dem Bahnsteig stehen und mit Wehmut der Abfahrt des „Spirit of the Outback“ zusehen… vermutlich mit dem festen Willen, die abenteuerliche Fahrt nach Rockhampton quer über die Great Dividing Ranges ins „Programm 2020“ aufzunehmen.

Saublöde App…

Eigentlich ist WikiCamps Australia genial. Man kann dort seine Route ganz einfach einplanen. Von Ort zu Ort oder von Caravanpark zu Caravanpark und immer hat man neben der Liste der angefahrenen Orte eine Karte mit allen Zwischenstationen. Sogar der Spritverbrauch wird für jede Etappe berechnet und die gefahrenen Kilometer. Was ich früher mit meiner (wirklich ausgeklügelten) Excel-Tabelle geschafft habe, das macht die App. Aber mit viel weniger Aufwand…

Nur eines kann sieh nicht: die Karte exportieren, damit man sie Freuden (oder der Ehefrau – falls man das will…) zusenden kann. Oder K ist etwas blöd…

Wer einen Hund hat…

… der ist dessen Sklave und „Raumpflegerin“. Wer zwei Hunde hat ist schon fast masochistisch veranlagt… denn er (oder sie) putzt nonstop.

Ich kann da einen Vers singen. Das unvermeidliche Gras verhakt sich im Teppich wie die Angel im Maul des Fisches. Da hilft nur noch mein Industriestaubsauger (Marke Kärcher – auf Australisch: „Kartscher“) und anschliessend ein Ibobrufen gegen die Rückenschmerzen.

Schon nur die Vorstellung drei Wochen lang keinen Dreck hinter den Hunden sauber machen zu müssen gehört nun bis 23. September zu meinen Privilegien… Jupeeee!

Karl und Lois…

Sie kommen morgen gehen 2pm. Dann gibts Instruktion zum Haushalt und der Technik im Haus. Und Anweisungen wie die Hunde gefüttert werden müssen. Eine kleine „Stadtrundfahrt“ gehört auch dazu und dann „mache ich mich am Dienstagmorgen aus dem Staub“… nochmals Jupeeee!!!!

Wenn ich Theaterdirektor wäre…

… was mir zum Glück erspart bleiben wird…

… dann würde ich nicht einmal mit einem weissen leeren Blatt beginnen. Sondern ich würde ausgiebig frühstücken, mir einen zweiten Assam Tee brauen, in der aufgehenden Sonne den blauen Himmel betrachten und dann die Augen schliessen.

Es wäre still – nur die lebenslustigen Vögel würden wild durcheinander krächzen, singen, jammern und zwitschern. Und dann würde ich das Textbuch im Zeitraffer durch meinen Kopf gehen lassen und mich fragen, welche Elemente des Bühnenbildes den Gesamteindruck der Komödie, des Schauspiels oder des Musicals verstärken. Und mit welchem optischen Erlebnis die Theaterbesucher nach Hause gehen sollten…

… und dann eine einfache Skizze machen.

Albert Einstein hat einmal gesagt: „Man muss die Dinge so einfach wie möglich machen, aber nicht einfacher“.

Also würde ich mal den ganzen Firlefanz, den schon vor mir viele Theaterdirektoren noch in das Drehbuch hinein gepackt haben (um besser zu sein als ihre Vorgänger), über Bord werfen und nur das in die Skizze aufnehmen, was wirklich einen Mehrwert bringt.

Und dann würde ich mich geistig in die „Reihe G“ (7. Reihe von vorne) setzen und mir überlegen, was man von hier aus noch an Details sehen kann – ich habe noch nie jemanden mit einem Operngucker gesehen…

Das gäbe mir eine Vorstellung, wie viel Detailarbeit beim Bühnenbild wirklich nötig ist…

… und dann würde ich das Diorama hervor nehmen…

… Millimeterpapier, Schere und Klebstoff. Was in der Skizze zu sehen ist, würde ich dann im Massstab 1:20 ausschneiden und auf dem Bühnenboden des Dioramas so anordnen, dass jeder (auch jene, welche am linken oder rechten Rand des Zuschauerraumes sitzen) und zu jeder Zeit Schauspieler, Sänger, Tänzer und das Bühnenbild sehen können.

Wenn die Tische, Stühle, Wände, Lampen, Autos, Balustraden, Brücken, usw in meinem Diorama stehen (das braucht etwas Zeit), dann würde ich mich in die „Reihe A“ setzen und mich fragen, ob man von hier aus auch die wichtigen Bühnenteile und die Schauspieler im hinteren Teil der Bühne sehen kann…

Das alles ist doch eigentlich logisch…?

… würde man meinen. Aber die Realität ist eine andere.

Di ist eine bezaubernde und charmante Theaterdirektorin unseres nächsten Stückes. Sie hat Jahrzehnte Erfahrung… Am Mittwoch hat sie uns aufgeregt mitgeteilt, dass die Zuschauer in Reihe A nur noch die Köpfe der sitzenden Schauspieler im Erker ganz hinten auf der Bühne sehen können…

“No problem – Di – will raise the platform…” Di kommt jeden Morgen kurz vorbei und sie redet mit uns und holt unseren Rat. Das hat Seltenheitswert. Und darum erhöhen wir die Plattform für sie…

Nach der Probe kommt sie am nächsten Morgen und eröffnet uns, dass die Plattform nun zu hoch sei und ob wir nicht noch eine Treppenstufe vor die Plattform bauen könnten…?

Noch ein paar Bilder aus meinem Shed…

 

 

The Red Bin…

… genauer gesagt: “Landfill”

Beim Zerlegen von Mobiliar, dem „Cake“, Plattformen, „Regenmaschinen“ und allen anderen Gegenständen eines Bühnenstücks kann nicht alles wiederverwendet werden.

Die Meinungen gehen weit auseinander und eine Regelung oder Empfehlung zum Thema „Re-Use“ oder „Recycling“ gibt es nicht. Es gibt auch keinen Umweltbeauftragten im Players Theatre.

Gelegentlich gibt es Informationen aus dritter Hand, was man mit gebrauchten Holzschrauben machen soll. „In the bin…“ sagen jene, welche der Meinung sind, dass nach der ersten Verwendung einer Holzschraube diese sowieso einen kaputten (ausgeleierten) Schraubenkopf habe… Andere (wie Alan und ich) stehen gelegentlich an der Werkbank (wenn die anderen gerade die letzten Spiele der National Football League „analysieren“) und spielen Aschenputtel. Wir leeren die diversen Kübel mit „Waste“ (Abfall!) auf den vorher geputzten Tisch und holen jene Holzstücke heraus, welche man wieder verwenden kann und picken die vielen hundert Schrauben heraus.

Das Sortieren ist eine mühselige Arbeit. Aber wenn wir diesen Haufen von Schrauben betrachten und uns vergegenwärtigen, dass diese von den „radikalen Wegschmeissern“ in den Red Bin geworfen worden wären, dann kommt so etwas wie ein kleines Gefühl „die Welt gerettet zu haben“ auf…

Landfill

Landfill oder zu Deutsch „Deponie“ ist der Ort, an welchem alles landet, was nicht in den „Yellow Bin“ (recyklierbares Material) oder den „Green Bin“ (kompostierbares Material) gehört.

Nein das ist nicht Bangladesh – das ist Australien! Hier landet von der PET-Flasche bis zum Kühlschrank alles, was „man so wegschmeisst“.

Plastik-Recycling

Es gibt seit einigen Monaten in Wauchope eine Glas- und PET-Flaschensammelstelle. Wenn auf der Etikette steht, dass die vorgezogene Entsorgungsgebühr im Preis inbegriffen war, dann erhält man vom Sammelautomaten 10 Cents. Der Automat liest den Barcode der Flaschenetikette ab und entscheidet, ob man die 10 Cents zu Recht erhält.

Man könnte diese Flaschen auch in den Yellow Bin werfen, aber dafür gibt’s keine 10 Cents!

Also alles bestens? Mitnichten!

Seit China 2017 den Import von Plastikmüll aus Australien verboten hat, wachsen sie Berge von Plastik vor den wenigen Recycling-Betrieben in gigantische Höhen. Australien hat kläglich versagt und steckt in einer Müll-Krise! Die von den Einwohnern in den Yellow Bin geworfenen Plastikflaschen werden zu Ballen gepresst und in der Deponie (Landfill) endgelagert!

Ein paar Zahlen: Australien „entsorgt“ jährlich 3,3 Milliarden Plastiksäcke (3’300’000’000) 2,6 Milliarden Kaffeekapseln, 2,4 Milliarden Plastiktrinkhalme und 1,3 Milliarden Plastikflaschen. Ein erheblicher Teil wird illegal entsorgt und landet letztlich im Meer. Denn Australiens Bevölkerung wohnt in den Großstädten an den Küsten…

Das ist ein Campingkocher…

und dazu gehören zwei volle Gasflaschen und ein Grill-Aufsatz zum Braten von Steaks und Toasten von Brot. Das muss man haben, wenn man ins Outback fährt…

Ich suche in der Mulde vor dem Players Theatre nach einem Stück Holz. Wir bauen gerade eine Platzform für die nächste Komödie „Look who‘s Talking“. Anstatt eine 6 Meter lange Holzlatten auf 3 Meter zu verkürzen, suche ich zwei kürzere Latten im „Müll“ und ein ganz kurzes Stück, um die beiden Teile zu verbinden…

Da fällt mein Blick auf einen schwarzen Plastikkoffer… etwas verstaubt, aber ansonsten unbeschädigt. Ich hole diesen heraus und öffne den kleinen Koffer. Drin liegt ein Campingkocher – höchstens einmal gebraucht und blitzblank sauber. Nur die beiden Gaspatronen haben etwas Flugrost angesetzt. Siehe oben…

Ich nehme den Kocher nach Hause, wische den Staub ab, setze die Gaspatrone ein, zünde den Brenner an und mache den Dichtigkeitstest. Alles funktionsfähig!

Da hat also einer einen fast brandneuen Campingkocher im Red Bin entsorgt -zusammen mit zwei vollen Gasflaschen!

Australien ist in vielerlei Hinsicht ein „Drittweltland“ in der „westlichen Welt“…

Souhünd…

  oder der Zweifel am IQ…

Ich bin jeden zweiten Tag mit Luna unterwegs im Quartier. Sie braucht Bewegung… Wenn ich ihr Geschirr vom Tablar nehme, dann springt sie schon herum wie verrückt und ich kann ihr das Geschirr kaum noch über den Kopf stülpen und den Riemen um die Brust einklippen.

Da sie noch nie ein „Obedience Training” absolviert hat und darum auf keinen Befehl reagiert, darf ich sie auf keinen Fall ohne Leine laufen lassen.

Da die beiden Damen – welche es versäumt haben Luna zu erziehen (und sie werden es auch weiterhin nicht tun…) nun Luna mir überlassen haben, weht nun ein anderer Wind.

Sie muss auf meiner linken Seite laufen, darf nicht an der Leine reissen, nicht rund um mich herum kreisen und auf keinen Fall auf die Strasse laufen… Das ist ein mühsamer Prozess und das Ergebnis dürfte am 26. September bereits wieder wie Schnee an der Sonne dahinschmelzen (vermutlich noch schneller…).

It’s disgusting…

Wir wohnen in einem Quartier, welches ich als „gehobener Mittelstand“ bezeichnen würde. Man dürfte also davon ausgehen, dass so etwas wie Kultur und Gesunder Menschenverstand und ein bisschen Intelligenz hier ihren Wohnsitz haben…

Wenn ich allerdings am Strassenrand mit Luna spazieren gehe, dann bekomme ich ein ganz anderes Bild: Müll im Strassengraben!!!

Es sind nicht ein paar Papierfetzen, die der Wind unglücklicherweise davon geblasen hat, sondern achtlos (dumm) weggeworfene Zivilisationsabfälle. Von der PET-Flasche über die Aludose bis zur Plastikplane. Vor ein paar Tagen habe ich mich gebückt und auf dem Rückweg vier Aludosen aufgelesen und im Yellow Bin (Recycling) ordentlich entsorgt. Mehr als vier Dosen konnte ich nicht in der Hand halten.

Heute habe ich darum eine Plastiktüte in die Hosentasche gestopft, damit ich etwas mehr Müll einsammeln kann. Die Plastiktüte ist nach etwas mehr als 500 Metern voll gewesen.

Was nach Jahren verrotten wird (Bierkartons, Zeitungen, Stofftücher) oder was schlicht zu schwer war (Plastikplanen, Autoreifen) habe ich liegen lassen müssen…

Erschreckend…

sieht die Strassenecke zum Fenton Drive aus. Dort warten die Schüler auf den Schulbus. Vor zwei Tagen habe ich dort drei Aludosen aufgelesen und heute drei PET-Flaschen. Eine davon voll (noch nie geöffnet) und zwei halb leer getrunken… Dumme Eltern – dumme Kinder?

Das Hospital hat Betriebsferien…

Vor einer Woche…

habe ich Susanne und Jane in Wauchope am Bahnhof ausgeladen und ihnen eine gute Reise gewünscht. In den zwei Tagen zuvor, haben die beiden geputzt und geschrubbt, damit die Housekeeper, welche am 1. September hier eintreffen werden, das Haus sauber vorfinden. Dann nämlich werde ich meinen Jpod an den Landcruiser hängen und ins Outback fahren.

Daisy hat’s nicht geschafft…

Unfälle mit Autos enden meist mit dem Tod von Kängurus. In seltenen Fällen kommen sie mit ein paar Schürfwunden davon, aber auch wenn sie es „lebend“ überstehen, dann sind Knochenbrüche häufig und Nervenschäden auch. Daisy schien keine äusseren Verletzungen zu haben, aber sie konnte nicht auf den Sprungbeinen stehen. Da hat auch die Therapie in den folgenden zwei Wochen nicht geholfen. Irgendwo hat Daisy doch eine Nervenverletzung davon getragen… und damit war sie weder in unserer Pflege, noch in der Wildnis überlebensfähig.

Romeo

Er hingegen hat (obschon er noch sehr klein war) den Unfall überlebt und Dank intensiver Pflege hat er sich gut entwickelt. Weil aber Tierpflegerinnen (in diesem Fall Jane) auch Mal im die Ferien wollen, haben sie ein Netzwerk von Tierpflegern, welche in solchen Fällen eine Stellvertretung machen. Ganz risikolos ist allerdings ein Umzug nicht, denn Känguru-Babies können sehr sensibel auf solche Veränderungen reagieren und dann ganz plötzlich sterben.

Wir wollen einmal hoffen, dass Romeo kräftig genug ist, um sich an seine neuen „Eltern“ und die neue Umgebung in Comboyne zu gewöhnen. Wenn Susanne und Jane am 26. September zurück kommen, dann wird Romeo vermutlich schon so gross ein, dass er in einem Pre-Release mit anderen Kängurus soziales Verhalten in der Gruppe lernen kann. Kängurus sind immer in einer Familie oder einer Gruppe unterwegs…

Jan

Jan wurden von Cheyne keine grossen Überlebenschancen attestiert. Seine bakterielle Infektion im Darm konnte man nicht mit Antibiotika behandeln – er musste seine eigenen Antikörper aufbauen. Das hat ihn in seiner Entwicklung etwas zurück geworfen und in den letzten Wochen hat er immer wieder etwas Gewicht zugelegt, dann wieder verloren und er ist kaum über die 2-Kilogramm-Grenze gekommen. Aber dann hat er doch noch einen Entwicklungsschub durchgemacht und er ist deutlich aktiver geworden. Aber ein Nickerchen an Susannes Schulter kann doch sehr entspannend sein – für beide!

Für sein Alter ist Jan aber immer noch etwas zu klein und er wird sicher nie ein grosses, kräftiges Alfa-Männchen werden. Aber er hat alle Chancen sich in ein paar Monaten in der Wildnis zu behaupten. Aber zuerst kommt er im Koala Hospital ins „Dehumanising Program“. Dort wird er auf andere junge Koalas stossen und später mit ihnen zusammen in einem Gebiet freigelassen, welches nicht durch die Expansion von Port Macquarie wieder zu eng wird.

Das Telefon wird klingeln…

sobald sie zurück sind… Und dann wird sich das Hospital wieder mit Patienten füllen…

Der Trailer

Das zweitletzte Stück im Puzzle…

Simon von SeaTrail hat meinen Trailer bis nach Tuncurry gebracht. Auf die Minute genau komme ich vor dem Block seines Bekannten an. Der Trailer hängt an seinem roten Landcruiser und ich mache mich auf die Suche nach der „Unit 2“. Jede Wohnung in diesem Block hat eine Nummer, aber keine Türklingel und schon gar kein Namensschild. Also öffne ich mal das „Fly Door“ und klopfe an die Holztüre. Ich habe offensichtlich an der richtigen Türe geklopft. Simon und ich gehen zu seinem Toyota, kuppeln den Trailer ab und hängen ihn an meinen Landcruiser. Ich bete meine „Trailer-Checkliste“ laut herunter und quittiere jeden Punkt mit dem Öffnen eines Fingers. Bei Punkt 6 ist alles überprüft. Nur Punkt 4 ist nicht „erfüllbar“, denn dieser Trailer hat keine Parkbremse!

Harrington

Wagga-Jenny sagt, dass Harrington ein hübsches Nest sei. Harrington liegt nicht ganz am Weg zurück nach King Creek, aber ein Abstecher an die Küste könnte sich lohnen. Wenn ich die Karte betrachte, dann könnte dieser Ort am Manning River ein ideales Segelgebiet sein…

Die Küste hier östlich von Taree ist flach und die starke Dünung lassen viele Reihen von weissen, langen Schaumkronen entstehen. Das Wasser ist grün und blau. Hinter dem Wellenbrecher liegt dieses „Segelrevier“ – aber beim Betrachten der vielen beigen Flecken wird sofort klar, dass der Manning River hier mehr Sandbänke hat, als jedem Segler lieb ist… Ich muss wohl mal die Seekarte studieren!

Harrington ist nicht wirklich ein Ort zum Verweilen. Aber für Senioren scheint es attraktiv zu sein. Keine steilen Strassen, Spazierwege, Gelegenheiten zum Fischen, ein kleines Shopping Centre, Coffeeshops, Apotheke und Health Care… Wer mehr will, muss nach Taree fahren!

Nun past der Trailer natürlich nicht…

zu AMIGO… denn dieser Trailer ist für PWC‘s (Personal Water Crafts oder Jetskies) gemacht. Das heisst, dass die beiden mit Teppich bespannten Auflager für einen flachen Boden gemacht sind – und AMIGO hat eben einen gewölbten Boden. Darum kann ich ihn nun nicht einfach „aufladen“ und es kann losgehen. Ich muss neue Auflager bauen – angepasst auf die Form von AMIGO‘s Bodenform…

Das Projekt ist also noch nicht zu Ende…

Ein schöner Umweltsünder…

Um 3pm ist es bereits wieder kühl…

obschon die Sonne noch so hoch steht, dass sie den Pool grossflächig bescheint. Und wenn dann noch eine leichte Brise aufkommt, dann sinkt selbst bei mir die Lust ins Wasser zu steigen… Memme!

24° Celsius

sagt die Elektronik der Pumpe für die Solaranlage. Das sind am späten Nachmittag über 10°C mehr als die Lufttemperatur. Die Solar-Register auf dem Dach des Shed leisten also ganze Arbeit – und trotzdem… Ich werde heute Morgen die Pool-Abdeckung aufrollen und ins blaue, glasklare Wasser blicken und meinem inneren Schwei… sagen, dass es wieder einmal an der Zeit ist, ein Bad im Pool zu nehmen. Vielleicht nützt das.

Wo geht das viele Wasser hin?

Seit hinter unserer Garage der vierte Regenwassertanks mit 14‘000 Liter steht, fülle ich den Pool fast ausschliesslich mit diesem Wasser auf. Es ist sauber, saukalt und trinken könnte man es auch. Wenn man es durch ein Aktiv-Kohlefilter laufen lassen würde. Aber es ist verboten! Die Bürokraten und Gesundheitspolizisten in den Ämtern schützen uns „blöde Einwohner“ davor, möglicherweise Regenwasser mit ein paar Bakterien zu trinken… was für ein Wahnsinn in einem Land, in dem Wasser zu den kostbareren Gütern gehört. Nur Leute ohne Anschluss ans Stadtwassernetz dürfen diese „Brühe“ noch trinken…

Der Pool als Verdampfer…

Seit wir die Poolabdeckung haben, hat sich der Wasserverlust zwar reduziert, aber es verdampfen täglich mindestens 5mm Wasser im Pool – das sind rund 250 Liter pro Tag! Nein, der Pool hat kein Leck!

In einer Woche muss ich also zwischen 3 bis 4 Kubikmeter Wasser nachfüllen. Wenn ich nur die beiden Tanks (24 Kubikmeter) hinter der Garage benützen würde, dann wären diese in etwas mehr als 7 Wochen leer!!!

Die Chlorgas-Anlage

Um das Wasser hygienisch einwandfrei zu halten, braucht es eine geringe Menge an freiem Chlor. Das ist so wenig, dass man es weder in den Augen noch auf der Haut spürt oder gar riechen würde. Das Wasser des Pools ist leicht salzhaltig und im „Chlorinator“ wird mit einem Hochspannungsfeld NaCl aufgespalten. Das heisst, dass man dem Pool immer wieder Salz in schweren 25kg-Säcken zufügen muss. Der Chlorinator hat eine eigene Pumpe – sie fördert täglich während mindestens 6 Stunden Poolwasser durch den Chlorinator.

Das „Floor Cleaning System“

Dieses Hochdruck-Reinigungssystem mit seinen 7 im Poolboden eingelassenen und sich selbst drehenden Düsen, hält den Poolboden makellos sauber. Im Pumpenhaus steht allerdings eine 2kW-Pumpe – und die arbeitet im Winter mindestens 4 Stunden und im Sommer 6 Stunden lang…

Der grosse Energie-Konsument

Die drei Pumpen im Pumpenhaus konsumieren täglich und im Durchschnitt über 15kWh. Das ist eine gewaltige Menge Strom! Das ganze Haus braucht im Durchschnitt 10kWh (ohne Kochen, Waschmaschine, Geschirrspüler, Heizen oder Klimatisieren).

… und die Solaranlage auf dem Hausdach

Sie liefert im Durchschnitt und an sonnigen Tagen etwas mehr als 26kWh. Im Sommer können wir einen kleinen Betrag ins Netz zurück speisen, aber am Abend (mit Kochen, TV, nicht gelöschte Lichter…) ist dann die Batterie wieder leer und wir beziehen Strom aus dem Netz.

Summa summarum

Wer einen Pool hat „verschwendet“ nicht nur Wasser, sondern auch viel Strom. Und der kommt in Australien vorwiegend aus Kohle, Gas und Öl…

Es sei denn, er habe eine genügend grosse Photovoltaikanlage auf dem Dach, eine Solar-Heizung für den Pool und riesige Mengen an Regenwasser in Tanks…

Und vorausgesetzt, die Sonne scheint (was sie relativ zuverlässig tut) und es regne genügend (was es immer weniger zuverlässig tut…).

Greta Thunberg würde da wohl gerade noch ein Auge zudrücken…

 

Das Drama mit dem Diorama

Dran bleiben…

Als wir vor zwei Jahren „den Aufstand“ geprobt haben und unverhohlen gesagt haben, dass wir solche „untaugliche“ Theaterdirektoren nun nicht mehr wollen (Lance war einer davon), hat Simone (gerade zur Präsidentin des Players Theatre gewählt) Besserung versprochen.

Sie kann nicht nur Schweissen, Hauptrollen in Musicals singen, die Website umbauen, ein Team führen, sondern auch ein Diorama bauen. Damit wir nicht mehr mit ein paar hingekritzelten Skizzen (die nur der Direktor versteht) ein Bühnenbild bauen müssen…

Sie ging dann mit gutem Beispiel voran und hat das Bühnenbild aus Papier und Karton im Massstab 1:25 gebaut. Dafür hätte man ihr einen Rosenstrauss schenken müssen! Gut geplant ist halb gebaut…

Was lernen Australier in der Schule?

Erstens können Sie kein Feuer machen! Wenn sie einen Stoss dürre Gartenabfälle verbrennen, dann liegt das Quartier Minuten später unter einer beissenden Rauchwolke. Und die ganz Dummen werfen dann auch noch Haushaltabfälle ins Moderfeuer…

Zweitens können Sie keinen Würfel in der Perspektive zeichnen. Von etwas schwierigeren Strukturen wollen wir gar nicht reden… Ich habe mit Baumeistern gesprochen, die nicht in der Lage waren eine Skizze für einen Vorbau zu einem Dach zu zeichnen… von Theaterdirektoren wollen wir schon gar nicht reden…

Aber googeln können Sie alle – und reden können sie…

Und das Ergebnis?

Das Diorama wurde dann noch einmal benützt, der dritte Theaterdirektor konnte  offenbar weder mit Schere, noch mit Karton, noch mit „Cementit“ umgehen – vermutlich konnte er einen Meter auch nicht durch 25 teilen… Er warf das Diorama in eine Kammer mit viel Krempel – und weil Simone das Diorama aus Architekturkarton gebaut hat, wurde es in den folgenden Monaten mit weiterem Krempel beworfen und endete zerdrückt und unbrauchbar in einer dunklen Ecke.

Auf meine Frage…

wo denn das Diorama geblieben sei (ich war gerade total frustriert von Lance‘s Skizzen), hat Jan dann eine Suche veranstaltet und die Trümmerteile ausgegraben…

Ich habe diese mit nach Hause genommen und mit viel Improvisationskunst und Heissleim-Pistole wieder so weit zusammen gebaut, dass es als „Vorbild“ für einen Neubau dienen könnte.

Ein etwas „hinterhältiger Test“…

John (diente in der Luftwaffe als Engineer) und Guenter (seit über 20 Jahren als einer der Theaterdirektoren tätig) mussten mir die folgende Frage beantworten: „Wieviel ist 3 Meter geteilt durch 25?“.

Als die beiden „mit vereinten Kräften“ nach 20 Sekunden noch keine Antwort gefunden hatten, habe ich das Niveau etwas herunter geschraubt: „Wie viel ist 3 Meter geteilt durch 2?“. Das schafften sie in knapp 2 Sekunden.

Aber eigentlich hätte ich fragen müssen: „Wie viel ist 3 Meter geteilt durch 20?“. Das hätten sie mit knapper Not noch geschafft…

Ich baue ein neues Diorama…

In Anbetracht dieser etwas „bescheidenen“ mathematischen Kenntnisse, habe ich mich entschlossen, das neue Diarama im Massstab 1:20 zu bauen. Und ich werde dazu einen kleinen „Mathematischen Leitfaden“ schreiben: „Teile das Originalmass (zum Beispiel eines 3 Meter langen Tisches) durch 2. Multipliziere das Resultat mit  100. Das ergibt die Länge des Tisches in Millimetern. Trage dieses Mass in ein Millimeterpapier ein…

Schneide den Tisch aus dem Millimeterpapier aus und lege den Tisch an der richtigen Stelle ins Diorama. Verfahre in der gleichen Weise mit den Stühlen…“

Marine-Sperrholz

Gewöhnliches Sperrholz taugt nicht viel. Marine Sperrholz auch nicht. Seit es aus Neuseeland kommt und nicht mehr in Chile produziert wird, kann man es noch mit knapper Not für ein Diorama verwenden. Wenn es aus China käme, dann würde jeder über den „Cheap Crap from China“ schimpfen…

Die Deckschicht delaminiert schon bevor ich die Platte zuschneide. Ich muss das Sperrholz an diversen Stellen neu verkleben. Müsste ich daraus ein Boot bauen, könnte ich gleich ohne Schwimmweste uns Meer springen…

Leider hat Simone beim Bau ein paar Masse der Bühne falsch ausgemessen, denn ihr Diorama hat ein paar unerklärliche Asymmetrien. Also frage ich nach einem Grundriss für die Bühne. Erstaunt die Antwort?

Ich kaufe mir bei Bunnings einen Laser-Distanzmesser und erstelle als erstes einen neuen Grundriss.

Eine Kiste bauen?

Auch wenn ich mir alle Mühe gebe das Diorama „handfest“ zu bauen, so ist es doch nicht geeignet, um wieder irgendwo in eine Ecke geworfen zu werden. Also werde ich heute Nacht einmal darüber nachdenken, wie ich eine Kiste bauen könnte – damit es für ein paar Jahre hält.

Und ausserdem…

werde ich einen 3-Meter-Tisch ausschneiden und ein paar Stühle, und vielleicht einen runden Tisch und ein Bett, oder ein Cheminée und einen Servier-Rolli… Also eine Art „Spielkasten“ für Theaterdirektoren, damit sie ihr Gehirn nicht mit mathematischen Krämpfen belasten müssen!

(Fortsetzung folgt…)

The Cake and other Nonsense

„This platform will be much too heavy…“

sagte Peter zum Director Lance vor 6 Wochen. Peter ist ein „Builder“ (eine Kombination von Zimmermann und Maurer) und er weiss, wie man Plattformen aus Holz baut. Lance ist der Direktor des Musicals „Singin‘ in the Rain“. Er versteht von Bühnenbau gar nichts. Aber er ignoriert Peters Bedenken etwas überheblich und lässt uns weiter bauen. Wir Bühnenbauer schütteln den Kopf…

Nach der ersten Probe erscheint Lance und sagt, dass die Plattform zu schwer sei… ob man sie nicht um einen halben Meter kürzen könne? Die Plattform ist 3,6 Meter lang und 1,8 Meter tief und hat drei Ebenen. Es braucht nicht viel technisches Verständnis, um zu sehen, dass der halbe Meter nichts bringt…

Der langen Rede kurzer Sinn – nach vier Wochen ist auch Lance klar, dass die Plattform nun nur noch eine Ebene haben wird und dass sie dann immer noch von 4 Personen von der Bühne in die Werkstatt gefahren werden muss.

The Rain

Der einzig brauchbare Song „Singing in the Rain“ muss eben im Regen stattfinden. Lance arbeitet in einer Spenglerei (als was weiss ich nicht) und darum erfindet er eine abenteuerliche Konstruktion, um Don an der Strassenlaterne und im Regen sein Paradestück singen zu lassen. Da ein Bühnenboden kein Schwimmbecken ist und man die Verwendung von Wasser auf alle Fälle vermeiden sollte, wird die Plattform nun (wie in einer Dusche) mit einem Boden aus Aluminium und mit einem Ablauf versehen. Über der langen Plattform werden 6 Dusche-Brausen montiert. Nun wird aus unserem Kopfschütteln ein mitleidiges Lachen. Die Katastrophe ist vorprogrammiert…

Nach der ersten Probe mit Wasser steht der Bühnenboden grossflächig unter Wasser. An den Fugen des Bühnenbodens aus 3mm Pavatex beginnt der Pavatex aufs Doppelte anzuschwellen… Er ist kaputt! Lance lässt den Bühnenboden mit einer „wasserfesten“ Farbe übermalen. Das hilft nichts mehr…

Die 6 Brausen werden nun durch einen Schlauch unter dem Dach der Bühne ersetzt, welcher kleine Sprühdüsen enthält. Damit lässt sich die Überschwemmung auf der Bühne in Grenzen halten…

(Man beachte die riesige Pfütze auf dem Bühnenboden…)

Nach dem ersten Akt wird die Platzform entleert, durch vier Personen hinter die Bühne gefahren und dann sind 10 (zehn!!!) Personen damit beschäftigt, das Wasser auf der Bühne mit Frotteehandtüchern zu beseitigen…

The Cake

Mein „Master Piece“! „Begehbar“, damit Kathy aus dem Cake steigen kann…

„Singin‘ in the Rain“ ist ein Holywood/Broadway-Musical. Nicht wirklich gut und mit nur zwei Songs, welche einem in Erinnerung bleiben. Der Rest ist sehr mittelmässige Broadway-Musik ohne Höhepunkte. Und die Handlung ist auch nicht gerade ein Knüller. Was der Cake für eine Rolle im Drehbuch spielt, ist mir bis heute nicht klar geworden…

Aber der Cake hat seinen Dienst getan und hat zu keinem Zeitpunkt versagt…

Finale

Am kommenden Montag werden wir das Bühnenbild abbauen – und den kaputten Bühnenboden entfernen. Ob der Holzboden unter den Pavatex-Platten die letzten Wochen unbeschadet überlebt hat, werden wir am Montag sehen…

Sydney last Day

Eine „Seereise“ nach Manley

Bevor sie den alten Kasten verschrotten, gehe ich nochmals an Bord. Von aussen sieht man ihm an, dass seine Tage gezählt sind. Jeder Klecks Farbe wäre eine Geldverschwendung und darum frisst sich der Rost langsam unter seine Haut.

Faszinierend sind diese „Stoss-mich-zieh-Dich“ allemal. Sie sehen achtern und vorne fast gleich aus und sie haben auf beiden Seiten einen Motor und einen Propeller. Sie sind langsam und rollen in der Dünung, wenn man kurz vor Manly durch die Brandung des offenen Meeres fährt.

Eigentlich interessiert mich Manly mit seiner Beach nicht – ich hätte ohnehin keine Badehose dabei. Als Thunersee-Fan hätte ich aber mit den Wassertemperaturen hier im Winter kein Problem… 19,5°C.

Manly ist „in“. Und im Winter gerade noch geniessbar, aber im Sommer strömen hier Tausende an den Strand. Neben mir steht der Frappuccino von Starbucks, vor mir die Parade der schwarzen, europäischen Luxuskarossen, Leute in dicken Wintermänteln und ein paar junge Mädchen, die knappest bekleidet herum flanieren. In der Brandung die Surfer in ihren Anzügen…

Nochmals an die Boat Show

Eigentlich habe ich alles gesehen und meinen Trailer bestellt. Aber die Werkstatt der Wooden Boat Association lockt mich nochmals. „You must have a multi-day ticket…” sagt der Mann von der WBA, als ich mich nochmals über die Bordkante der kleinen Segeljolle beuge, um ein besonders schönes Detail zu fotografieren.

Ich habe schon heute Nacht davon geträumt, was ich am Sonntag machen werde: eine verleimte Platte aus hellem und dunklem Cedernholz herstellen, damit ich daraus Klampen, Ösen und Supporte für die Curry-Klemmen fräsen kann. Da ist Präzisionsarbeit gefragt und Bert‘s Werkzeugmaschinen. Aber beginnen werde ich mit Zeichnungen – sonst versteht Bert nicht, was ich im Sinn habe.

Grünes, sauberes Wasser

Ich habe schon viele Buchten und Häfen gesehen, aber so sauberes Wasser wie im Sydney Harbour sieht man selten. Es ist glasklar, leicht grünlich, reich an Fischen und ich habe nur ein einziges Stück Styropor gesehen. Kein üblicher Zivilisationsabfall! Das ist gut – das ist sehr gut!

Verspekuliert…

Also der Abstecher an die Boat Show war terminlich etwas gewagt. Aber ich habe mich früh genug vom Anblick des fast fertigen Dinghys gelöst und bin zum Fährterminal In Pirmont Bay gespurtet… ich mag es nicht, wenn ich unter Zeitdruck gerate.

Aber im Circular Quay sehe ich gerade die Fähre in die Neutral Bay abfahren. Macht nichts, denke ich mir, denn in einer halben Stunde fährt die nächste Fähre – wenn es nicht Samstag wäre!

Ich muss nun eine Stunde hier warten, bis ich über den Sydney Harbour fahren kann. Ich rechne aus, wie viel Zeit mir fürs Koffer packen bleibt. Es müsste gerade reichen, denn auch für den Rückweg zum Circular Quay fährt nun nur noch jede Stunde eine Fähre… I don’t like that…

Geschafft…

Ich hinterlasse auch dann keine vollen Abfallsäcke und leere Flaschen, wenn ich eine „Cleaning Fee“ bezahlt habe. Madeleine, die Tochter von Frederique sitzt auf der Treppe an der Sonne und blickt in ihr Smart Phone – sie darf oder muss nachher mein Studio sauber machen. Grund genug, es sauber zu hinterlassen – vielleicht werde ich mich mal wieder dort einnisten…

Denn vom 1. bis 3. Mai 2020 findet in Sydney das Wooden Boat Festival statt. Das muss ich mir im Kalender eintragen…

Nun bin ich mit knapp 15 Minuten Reserve im Ferry Terminal von Neutral Bay angekommen und kann meinen Adrenalinspiegel absinken lassen. Es war ein gelungener Ausflug nach Sydney – und irgendwie hat es mir diese Stadt doch ein bisschen angetan…

Sydney Day 4

Nicht der „faule Weg“…

Er führt mich bis Milsons Bay auf der nordwestlichen Seite der Harbour Bridge. Mit Blick auf diese immer wieder faszinierende und visionäre Brücke … und auf den Propellerstrahl der gerade abgefahrenen Fähre nach Pirmont Bay. Ist es ein Naturgesetz, dass ich immer kurz nach der Abfahrt der Fähre am Fährterminal angelange? Oder immer wieder einen atemraubenden Spurt hinlegen muss, dass ich die Fähre gerade noch erwische?

Trailer-Kauf

Gut, dass ich gelegentlich einen Blog schreibe… ich muss mal nachschauen, wann ich AMIGO „von der Wand genommen“ habe. Das ist nämlich der Anfang einer langen Geschichte. Und nun steht er im Shed auf dem Boden und wartet darauf, dass ich mit einem Trailer nach Hause komme…

Aber so schnell geht das wohl nicht, denn einen Trailer muss jemand bis nach King Creek bringen. Ich will auf jeden Fall nicht auf dem Highway hunderte von Kilometern nach Süden fahren, um ihn dort abzuholen. Mal sehen was Sancho zu bieten hat…

Sancho ist nicht da aber sein Kollege Simon. Wir fackeln nicht lange und schreiben den Vertrag. Blöderweise hat jemand das Kohlepapier verkehrt herum eingelegt und nun ist Simon‘s Vertragskopie leer… dafür hat mein Vertrag nun diese Kopie auf der Rückseite. Also muss Simon den ganzen Sermon nochmals auf die leere Kopie schreiben.

Wie kommt nun mein Trailer nach King Creek? Simon bringt ihn bis nach Tuncurry. Das liegt knappe 100km südlich von King Creek.

Wooden Boat Association

Es ist Freitag und die Hallen sind massiv besser besucht. Selbst um die alten Männer, die mit Hingabe und klebrigen Fingern das Dinghy bauen, herrscht ein grosser Andrang. Wenn ich Zeit und Arbeitskleider dabei hätte, würde ich wohl zupacken…

Ich fülle den Antrag zur Mitgliedschaft in der „Wooden Boat Association“ aus und zahle meinen Beitrag gleich ein. Nun geht der Antrag ans Committee und die entscheiden dann, ob ich mit AMIGO ein würdiges Mitglied werden kann…

Der Spagat zwischen Original und Moderne…

Ich kann meinen Blick nicht von diesen wunderschönen Holzbooten lösen… Ich greife mit der Hand an eine Grossschot, lasse das weiche Seil durch meine Finger laufen und dann macht es „Klick“. Ich habe in der „Gerümpelkiste“ von AMIGO noch uralte Blöcke aus Tufnol – einem Stoff-verstärkten Kunststoff aus den Sechzigerjahren. Wenn ich eine Grossschot wie diese kaufen könnte, dann würde ich die alten Blöcke wieder verwenden und AMIGO sähe dann „originaler“ aus. Da tippt mir einer auf die Schulter, der meine Handbewegung sofort richtig interpretiert hat! Er holt die Klubzeitschrift und zeigt mir, wo ich diese Schot (und andere „antike“ Bauteile) kaufen kann. Das war der erste Nutzen meiner neuen Mitgliedschaft…

Government House Sydney

Die Dame am Empfang des Government Haus in Sydney blickt mich mit schuldvollem Gesicht an und verkündet, dass ich leider eine halbe Stunde warten müsse bis die nächste Tour stattfindet. Dann lächelt sie und sagt „Just have a walk through the beautiful garden…“

Kurz vor 3pm öffnet sich die Türe zum Government House und die Dame vom Empfang lächelt wieder. Sie hat in der letzten Führung des heutigen Tages nur drei Gäste…

Und dann führt sie uns in atemberaubendem Tempo durch die Geschichte Australiens und die Rollen der vielen Governors. Ich lerne wieder einmal in einem Intensivkurs dass Australien immer noch sehr British ist und wer es zu etwas bringen will, mindestens einmal vom Governor empfangen werden sollte… ich bin da vermutlich etwas chancenlos!

Übrigens: erst wenn der Governor ein Australisches Gesetz unterschrieben hat (also die Queen stellvertreten durch den Governour), wird es rechtskräftig. Schüttelt die Queen den Kopf, dann hat der Premier Minister ein Problem… Vielleicht muss ich wirklich einmal ein umfangreicheres Geschichtsbuch zur Hand nehmen – denn diese Geschichte ist spannend und hat ein paar finstere Kapitel…

Sydney Day 3

Nachtrag zu gestern

Auf der Bühne steht eine drehbare Präsentationsplattform für den neuesten Lamborghini Sportwagen. Die Seitenwände der Bühne werden von Videoprojektoren beleuchtet – eine Mischung aus Holocaust-Museum, abstrakten schwarz-weiss Mustern und Hollywood-Kitsch. Die Kostüme der Sänger stammen aus der Phantasie eines Star Wars-Fans. Zur Erinnerung: es handelt sich um eine Oper, welche um das Jahr 1900 in Japan spielt. Die Rede ist von Giacomo Puccini‘s Oper „Madame Butterfly“. Das Libretto ist eben nicht „zeitlos“, auch dann nicht, wenn das im Programmheft so steht. Vor hundert Jahren waren westliche Schiffsoffiziere und Geschäftsleute auf ihren Reisen nach Japan noch der Auffassung, dass man sich eine Geisha „nehmen kann“ – und sie dann „weg legen“ kann, wenn sie nicht mehr ins private Umfeld passt. Das dürfte sich heute geändert haben… Und darum kann man nicht einfach einen solchen Stoff in die Moderne transferieren und ein audiovisuelles Spektakel draus machen!

Aufgeführt wurde sie heute Abend im Sydney Opera House. Ein Ticket für die ersten Reihen bekommt man für 375 Dollar. Ich sitze in der Reihe S und habe 175 Dollar hin geblättert…

Die Sänger haben in ihre Ausbildung offensichtlich das Fach „Gestik“ nicht belegen müssen oder sie litten heute Abend an chronischen Gliederschmerzen. Madame Butterfly hat eine schrille Stimme und den Charme eine Kreissäge. Dass man „Liebe“ auf der Bühne (und um das geht es in dieser Oper ja) derart distanziert darstellen kann, verdient schon fast einen Oskar.

Kurz und gut, kein Abend zur Freude! Und wenn ich jemals wieder ins Sydney Opera House gehen sollte, dann nur zu einem Klassischen Konzert. Da muss man sich ans Notenblatt halten und sich in Perfektion und Gefühl üben.

(Heute) Soll ich nun wirklich zu Fuss zur Fähre laufen…?

Ich habe in den letzten Tagen mehr Meilen abgespult, als ich geplant hatte. Ich könnte heute Morgen bis zur Fähre nach Pirmont Bay (also bis zum Luna Park neben der Harbour Bridge) zu Fuss gehen. Aber wenn ich mir meinen heutigen Ausstellungsmarathon vor Augen führe, dann ist das keine gute Idee…

Ich nehme den „faulen Weg“ hinüber in den Circular Quay und wechsle dort auf die Fähre bis zur Sydney Boat Show. Auf der Fahrt dorthin fällt mir zuerst ein Feuerlöschschiff auf, welches aus seinen drei Wendrohren riesige Wasserfontänen in den kühlen Morgenhimmel spritzt. Im Schlepptau erscheint das Segelsschulschiff „Esmeralda“ der Chilenischen Marine. Die Esmeralda ist eine Viermastbarkentine und eines der schönsten Segelschulschiffe. Leider wird sie im Marinehafen von Sydney anlegen und darum wohl kaum aus der Nähe zu sehen sein…

Mittlerweile kenne ich alle Fähren im Hafen von Sydney. Jeder Schiffsnahme kommt mir bekannt vor. Nur die alten, langen Fähren sind mir noch wenig bekannt… ich muss heute wohl noch eine Fahrt mit einer machen – bevor sie trotz den lauten Protesten der Fans verschrottet werden.

8-Fuss-Dinghy-Kapitän K und die Welt der Grossen…

Als erstes nehme ich mir den Hafen in Darling Harbour vor. Schon das Publikum ist eine Show für sich. Graumeliert die Herren und die Damen von jung bis massiv verjüngt im nautisch passenden Dress. Dann ziehen Sie die Schuhe aus (Schlüpfer – denn sonst müsste man ja bei jedem Besteigen einer dieser Prestige-Jachten wieder die Schuhe binden…) und lassen sich von den ebenso gestylten Herren in die Herrlichkeiten unter Deck einführen. Die Herren werfen einen Blick unter die Bodenluke und bewundern die blitzblanken und gewaltigen Motoren…

Ich träume von einem Seagull-Aussenborder mit 3 bis 4 PS – und hier stehe ich vor Aussenbordern mit knapp 400 PS. Was mache ich hier eigentlich?

K braucht keinen Luxus unter Deck – hat er noch nie gebraucht. Und Motoren braucht er nur, wenn der Wind total eingeschlafen ist… Ich wende mich den Segeljachten zu. Aber hier geht es ebenso gigantisch zu. Keine ist als kürzer als 39“ (11.8m). Und als erstes sehe ich die gewaltigen Badeplattformen (alle elektrisch absenkbar) und dann blicke ich auf die Steuerräder… man hat in dieser Grössenklasse auf jeder Seite ein solches. Aber K war schon mal bei saumässigem Wetter im Nordatlantik – und darum schaue ich etwas verdutzt auf den flachen Boden und die niedrige Höhe des Steuerrades. Aber designmässig sehen sie alle sehr beeindruckend aus…

“I didn’t have a mother who built boats…”

sagt Sancho. Und ausserdem erwähnt er, dass er einer der Eigentümer der Firma SeaTrail sei. Ich stehe nämlich jetzt vor einem faltbaren Trailer für AMIGO und denke mir, das sei doch eigentlich genau das Richtige. Aber im Gespräch mit Sancho lerne ich einiges über Trailer und ein paar meiner lieb gewordenen Ideen wirft er mit guten Argumenten gleich über Bord. Sein Angebot gilt nur während der Ausstellung, ist aber immerhin 200 Dollar wert und darum komme ich morgen wieder…

“You should join our Wooden Boat Association…“

sagt der alte Mann, der an der Boat Show den Fans von Holzbooten zeigt, wie man aus ein bisschen Abfallholz und einer grossen Platte Marinesperrholz ein 8-Fuss-Dinghy baut. Seine Kleider gleichen jenen eines Clochards und seine Hände sind schwielig und mit Klebstoff verschmiert. Aber aus seinem Aktivismus muss ich schliessen, dass er etwa so verrückt ist wie ich…

Neben seiner behelfsmässigen Werkstatt unter dem Ausstellungszelt stehen ein paar Holzboote. Da kommen mir aber die Tränen… eines schöner als das andere. Mit Hingabe und handwerklichem Geschick gebaut und auf Hochglanz lackiert. Eine Ode an die edlen Hölzer – mitten in einer Welt der Chrom- und Plastik-Karzinome…

 

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