oder der versprochene Regen kommt nicht…
Wer aus der Schweiz nach Australian auswandert und sich nicht in einer der grossen Städte niederlässt, der stellt fest, dass sich sein Verhältnis zu Wasser ändern wird…
Die meisten Australier wohnen in Städten mit Anschluss an die Örtliche Wasserversorgung. Das sind 93% der 26 Millionen Einwohner. Die übrigen 7% müssen ihr Wasser „selbst organisieren“… Entweder durch das Sammeln von Regenwasser, oder sie haben ein Bohrloch oder sie lassen sich das Wasser mit dem Tanklastwagen bringen. Einige wenige können Wasser aus einem Fluss, Bach oder See pumpen.
Wir gehören zur am wenigsten privilegierten Gruppe – wir sammeln das Regenwasser.
Und damit hat Regen plötzlich eine ganz andere Bedeutung…
Die Perioden zwischen den Regenfällen sind lang…
Der Blick auf den Barographen spricht eine deutliche Sprache – der Liftdruck ändert sich kaum und man muss schon sehr genau hinschauen, um zu erkennen, dass der Druck gestern um 2 hPa gefallen ist. Das ist fast nichts und aus diesem minimalen Druckabfall kann man nicht heraus lesen, dass eine „Front“ im Anzug ist, welche Regen bringen könnte.
Aber der Blick auf das Wetter-App lässt scheinbare Hoffnung aufkeimen – wenn da nicht die Sache mit dem ‚variablen‘ Massstab für die Regenmenge wäre… Das sieht auf den ersten Blick nach Regen aus, aber ich habe mich in der Zwischenzeit an diese verzerrten Darstellungen gewöhnt. Wenn das App 1 bis 2 mm Regen prognostiziert und er dann tatsächlich kommt ???, dann reicht das gerade einmal, um das Dach zu befeuchten!
Der neidvolle Blick nach Süden
Von dort kommt „das Wetter„ und weil wir einen ungetrübten Blick in diese Richtung haben, sehen wir es kommen. Wenn es denn kommt…
Immer wieder – wenn Regen angesagt ist – blicke ich auf meinen Barographen und dann nach Süden. Und dann kommt ein Gefühl von Neid auf – warum regnet es dort am Mount Eerwah aus den dunklen Wolken und warum ziehen diese Wolken an uns vorbei?
Und schon bewegt sich die Nadel des Barographen ganz langsam wieder nach oben und die Hoffnung auf Regen verflüchtigt sich. Die ersten blauen Löcher werden sichtbar und die Hoffnung bleibt, dass „es das nächste Mal klappt“…
Die Gartenschläuche
Es sind gesamthaft acht 30 Meter lange Gartenschläuche „an der Arbeit“. Einige schön aufgerollt auf dem Hänger, andere liegen wirr im Garten, weil man sie fast jeden Tag benützt. Die Hälfte von diesen hängt an den Wassertanks hinter dem Haus, die anderen werden von den Tanks hinter den Sheds gespiesen. Und was nicht mit dem Schlauch erreicht werden kann, das muss man mit der Giesskanne wässern.
Dort wo es für die Handarbeit zu aufwendig werden würde, habe ich Bewässerungsanlagen eingebaut. Alle mit einem Timer versehen, damit ich die Wassermenge „im Griff“ halten kann.
