The Fake Rain

oder der versprochene Regen kommt nicht…

Wer aus der Schweiz nach Australian auswandert und sich nicht in einer der grossen Städte niederlässt, der stellt fest, dass sich sein Verhältnis zu Wasser ändern wird…

Die meisten Australier wohnen in Städten mit Anschluss an die Örtliche Wasserversorgung. Das sind 93% der 26 Millionen Einwohner. Die übrigen 7% müssen ihr Wasser „selbst organisieren“… Entweder durch das Sammeln von Regenwasser, oder sie haben ein Bohrloch oder sie lassen sich das Wasser mit dem Tanklastwagen bringen. Einige wenige können Wasser aus einem Fluss, Bach oder See pumpen.

Wir gehören zur am wenigsten privilegierten Gruppe – wir sammeln das Regenwasser.

Und damit hat Regen plötzlich eine ganz andere Bedeutung…

Die Perioden zwischen den Regenfällen sind lang…

Der Blick auf den Barographen spricht eine deutliche Sprache – der Liftdruck ändert sich kaum und man muss schon sehr genau hinschauen, um zu erkennen, dass der Druck gestern um 2 hPa gefallen ist. Das ist fast nichts und aus diesem minimalen Druckabfall kann man nicht heraus lesen, dass eine „Front“ im Anzug ist, welche Regen bringen könnte.

Aber der Blick auf das Wetter-App lässt scheinbare Hoffnung aufkeimen – wenn da nicht die Sache mit dem ‚variablen‘ Massstab für die Regenmenge wäre… Das sieht auf den ersten Blick nach Regen aus, aber ich habe mich in der Zwischenzeit an diese verzerrten Darstellungen gewöhnt. Wenn das App 1 bis 2 mm Regen prognostiziert und er dann tatsächlich kommt ???, dann reicht das gerade einmal, um das Dach zu befeuchten!

Der neidvolle Blick nach Süden

Von dort kommt „das Wetter„ und weil wir einen ungetrübten Blick in diese Richtung haben, sehen wir es kommen. Wenn es denn kommt…

Immer wieder – wenn Regen angesagt ist – blicke ich auf meinen Barographen und dann nach Süden. Und dann kommt ein Gefühl von Neid auf – warum regnet es dort am Mount Eerwah aus den dunklen Wolken und warum ziehen diese Wolken an uns vorbei?

Und schon bewegt sich die Nadel des Barographen ganz langsam wieder nach oben und die Hoffnung auf Regen verflüchtigt sich. Die ersten blauen Löcher werden sichtbar und die Hoffnung bleibt, dass „es das nächste Mal klappt“…

4 Stunden später…

Die Gartenschläuche

Es sind gesamthaft acht 30 Meter lange Gartenschläuche „an der Arbeit“. Einige schön aufgerollt auf dem Hänger, andere liegen wirr im Garten, weil man sie fast jeden Tag benützt. Die Hälfte von diesen hängt an den Wassertanks hinter dem Haus, die anderen werden von den Tanks hinter den Sheds gespiesen. Und was nicht mit dem Schlauch erreicht werden kann, das muss man mit der Giesskanne wässern.

Dort wo es für die Handarbeit zu aufwendig werden würde, habe ich Bewässerungsanlagen eingebaut. Alle mit einem Timer versehen, damit ich die Wassermenge „im Griff“ halten kann.

Links der kurze Schlauch zum Füllen der Giesskanne, Mitte der 30 Meter Schlauch, Rechts der Timer mit dem Bewässerungsrohr

Heuet…

oder der Kampf gegen das Unkraut.

„Unkraut“ ist ein zwiespältiger Begriff – gerade in der heutigen Zeit, wenn „Biodiversität“ in jedermanns Mund ist.

Der grössere Teil unserer 40‘000 Quadratmeter ist ein Biotop. Der Experte von „Land for Wildlife“ hat auf seinem Rundgang über 100 verschieden Arten von Bäumen und Büschen erkannt und in seinen Rapport eingetragen. „Unkraut“ nicht mitgezählt. Unkraut ist nicht ganz nutzlos – man müsste nur meine Bienen fragen und im übrigen blühen einige wirklich in bunten Farben…

Aber von den über 100 Arten gehören einige Büsche zur Kategorie „Unkraut“. Eines dieser Unkräuter sind die „Lantana“ (Lantana camara). Dieser Strauch hat hübsche Blüten, wächst sehr schnell und überwuchert in wenigen Jahren grosse Flächen. Die Äste sind mit feinen Stacheln besetzt und wenn sie wieder über die „Grenze“ hinaus wachsen, dann kratzen sie mir die Haut auf, wenn ich am „Waldrand“ mähe. Lantana ist ausserdem giftig.

Ausreissen oder Chemie?

Die Regale in den Hobby-Märkten sind voll von Herbiziden. Von Glyphosat (in der EU noch bis 2033 zugelassen) bis zu „Natural Herbicide” ist alles zu finden. Die Dosiervorschriften sind in jedem Gliedstaat anders – kein Witz… Ob jemand das äussert klein gedruckte Mischungsverhältnis überhaupt lesen kann, ist mehr als fraglich…

Ausreissen? Bei Lantana hilft nur das. Aber weil der Boden hier unter der Humusschicht lehmig ist, hilft auch der Hinweis nicht, man solle die Lantana nach dem Regen ausreissen… und ausserdem wachsen sie bevorzugt an steilen Stellen…

Alles eine Frage des „Wo?“

Wir haben mit dem Experten festgelegt, dass wir die ursprünglichen Pferdeweiden auch in Zukunft mähen werden und die restliche Fläche sich selbst überlassen. Allerdings mit der Auflage, dass wir die Lantana so weit als möglich ausrotten…

Links das Weideland und rechts der Wald (bis 80 Meter hinunter zum Teich)

Ich lasse die blühenden Unkräuter an den Wegrändern stehen – sie sehen gut aus und bieten den Bienen Nektar. Aber in den Bereichen rund ums Haus und im Zitrusgarten, später auch im neuen Gehege für die Wallabies und Kängurus, haben Unkräuter nichts zu suchen…

Scott hat mit seinem professionellen Unktautvertilger den Zitrusgarten „gesäubert“. Danach habe ich den Mulch der alten Guava-Bäume verteilt und dann die ganze Fläche mit Gersten-Stroh bedeckt. Rund um die Stämme habe ich noch Karton verlegt, damit wirklich kein Licht mehr auf den Boden fällt und die Wurzeln des Grases und der Unkräuter nicht wieder ausschiessen…

Die Bewässerungsanlage…

Abwasser aus der Kläranlage ist nährstoffreich und darum muss man nicht düngen. Aber es ist zu viel Wasser für die wenigen Bäume und darum fliesst nun das Abwasser in einer neuen Leitung hinunter in den Wald und wird dort mit 6 Sprühdüsen verteilt.

Und wenn es im Zitrusgarten zu trocken wird, dann drehe ich das Ventil und das Abwasser fliesst zu den Zirtus-Bäumen.

Wieder ist ein Projekt fertig – aber meine Liste ist deswegen nicht kürzer geworden – nur anders…

Das Management der Einsamkeit

Drei Wochen für mich…

Ich habe niemanden zum Reden – falls ich überhaupt dazu Lust hätte…

Die Ladies sind in Bali – die Bilder sind beeindruckend, aber Bali würde nie in meinen Reisplänen auftauchen – warum weiss ich nicht, aber ich akzeptiere das, auch wenn „man“ mir sagt, dass ich etwas verpassen würde…

Merlin und Luna – die beiden Airedales – nehmen kaum Notiz von mir – ausser wenn ich ihnen ihr Frühstück oder Abendessen zubereite – dann sind sie meine „besten Freunde“… aber sonst? Luna freut sich auf Spaziergänge und Merlin freut sich, wenn er am Pool Wasser trinken kann und mir beim Baden zusehen und mich anbellen kann…

Ich geniesse diese Zeit – Zeit für mich – ganz egoistisch.

Aber man muss die „Einsamkeit“ managen…

Der Mensch ist träge, faul und vergnügungssüchtig – eine etwas vereinfachte Analyse – aber nicht weit entfernt von der Realität. Da unsere heutige Wellt voll von verführerischen Angeboten ist, könnte „man“ den ganzen Tag mit dem Konsum von Social Media, Fernsehen und YouTube verbringen – und am Ende wäre das Angebot an „Zerstreuung“ bei weitem nicht ausgeschöpft…

Das ist nicht ganz ohne Gefahren – denn die Zeit vergeht im Flug und am Ende des Tages bleibt ein schales Gefühl übrig: „was habe ich heute eigentlich gemacht…???“

Es braucht einen „Plan“…

Pläne sind wie Bleistiftstriche – man kann sie mühelos ausradieren… Irgend ein „Ich“ in mir selbst wird immer eine Ausrede finden, damit ich eine „lästige“ Aufgabe auf Morgen verschieben kann. Und das schlechte Gewissen am Abend lässt sich mühelos mit einem – oder zwei – Glas Wein „wegspülen“.

Aber irgendwann erscheint diese ungeliebte Aufgabe wieder – entweder im Kopf oder in einer „To-do-List“ auf dem iPhone – und dann wird die Sache noch mühsamer. Also besser gleich erledigen und erst nach getaner Arbeit die Nespresso-Maschine starten.

Heute Morgen habe ich um 06h00 den Wecker auf stumm geschaltet und mich im Bett umgedreht – mit der faulen Ausrede, dass mein Wetter-App ein 5%-Chance auf Regen gemeldet hatte. In meinem Innern wusste ich natürlich, dass auch diese Wetterprognose vollkommener Bullshit ist, aber als Ausrede war sie war eben „gäbig“, um mich umzudrehen und erst um 08h00 bei stahlblauem Himmel aus den Federn zu kriechen…

Die „endlose“ To-do-List“…

Ich bin ein relativ organisierter Mensch – faul, aber intelligent. Das scheint ein Widerspruch zu sein…

Aber Tatsache ist, dass diese Mischung von Faulheit und Intelligenz auch etwas Gutes hat: es bewirkt, dass ich „unnötige“ oder „ineffiziente“ Arbeiten auf den nächsten Tag verschiebe und mir in der Zwischenzeit (meistens nachts) überlege, wie ich diese Aufgabe mit minimalem Aufwand, aber trotzdem „qualitativ hochwertig“ machen könnte. Gelegentlich komme ich dann zum Schluss, dass diese Aufgabe eigentlich völlig unnötig ist…

Aber wenn sie gemacht werden muss, dann „klemme ich mich in den A…“ und mache sie. So effizient wie möglich.

Und wenn sie erledigt ist, dann freue ich mich, dass ich mich „gerade ausreichend„ anstrengen musste…

Auch der Faule hat Anrecht auf Belohnung…

Wenn ich am Morgen – nach dem ausgiebigen Frühstück – in meine Pendenzenliste schaue, dann kann ich entweder sofort an die Arbeit gehen, oder mich „ein bisschen anlügen“ und behaupten, dass ich zuerst die e-Mails lesen muss… Und wenn dann der Laptop auf meinen Oberschenkeln liegt, dann kommt unweigerlich der Gedanke, dass in der Welt seit gestern viel passiert ist und dass ich mich „auf dem Laufenden“ halten sollte… und schon hat mich die Versuchung eingeholt und es wird verdammt schwierig, diesen Laptop wieder zuzuklappen und im Zitrusgarten die neue Bewässerungsanlage einzubauen…

Aber irgendwann habe auch ich ein „Anrecht“ auf Freizeit, Erholung! Schulterklopfen… nur eben zur richtigen Zeit und nicht als „Vorschuss“ bevor die Arbeit gemacht ist.

Ich werde den Wecker wieder auf 06h00 stellen – denn Morgen will ich wieder einen Morgen mit einer Wanderung unter die Füsse nehmen…

und als Belohnung eine Fahrt mit der Ferry…

Die Wiedergeburt der alten Bäume

Als wir im Dezember 2023 hier eingezogen sind, hingen in Eumundi noch viele Zitrusfrüchte an den Bäumen – wir mussten sie den neuen Eigentümern wohl oder übel hinterlassen…

Hier Gabe es fast gleich viele Zitrusbäume, aber sie waren in einem himmeltraurigen Zustand – einzig die Grapefruits waren gesund, aber der Baum hat Borkenkäfer und bereits morsche Äste…

Die verwahrlosten Bäume

Limonen, Orangen, Grapefriuts, Cumquats und Calamondins sind meine Lieblingsfrüchte – und die süsseren Zitronen, um daraus einen erfrischenden Saft zu pressen. Aber daraus wurde vorerst nits -oder jedenfalls nicht viel…

Es braucht eine RadikalKur…

Die Gärtnerin ist üblicherweise Jane. Aber ich habe schon in Eumundi mit dem Schneiden der Zitrusbäume begonnen und die Resultate waren sehr gut. Und darum hat sie mir den Zitrusgarten in Black Mountain „überlassen“…

Ich war mir bewusst, dass das eine „Entscheidung mit Arbeit“ sein würde. Wie viele der alten und verwahrlosten Bäume zu retten sein würden, wusste ich noch nicht – im Zweifelsfalle müsste ich alle „umhauen“.

Mit der Kettensäge in der Hand…

habe ich als erstes den Grapefruit-Baum bis auf wenige, dicke Äste zurück gesägt. Es blieb kein Blatt übrig, nur noch hilflos scheinende Stummel von Ästen. Ein trauriger Anblick…

Nach der Überwindung dieses ersten emotionalen Hindernisses habe ich die restlichen, alten Bäume in der gleichen Weise „verjüngt“…

Das Gras muss weg…

Erstens hat Gras rund um Fruchtbäume nichts zu suchen und zweitens bin ich mit meinem riesigen Mäher mit Überrollbügel ständig in den dicken Ästen hängen geblieben – es war ein Ärgernis. Den Rest des Grases musste ich mit dem „Whipper Snipper“ entfernen.

Wenn das Gras weg muss, dann kann man es ausreissen oder vergiften. Letzteres ist nicht ganz mein Ding, aber es waren auch jede Menge hartnäckige Unkräuter zu finden. Also haben wir Scott ‚organisiert‘ und der hat mit seinem „Weed Killer“ dem Grünen Zeug den Garaus gemacht. Das hilft aber nur für kurze Zeit. Wenn es regnet, dann beginnen die Wurzeln mit einem „Gegenangriff“ und es dauert nicht lange, bis der ganze Zitrusgarten wieder grün ist.

Die Guava müssen auch weg…

Sie waren riesig (Psidium cattleyanum / Strawberry Guava) – also voll ausgewachsen – aber eben alt und total ungepflegt. Ihre Früchte schmecken leicht nach Erdbeeren und man könnte daraus eine Konfitüre machen, wenn da nicht die vielen, kleinen steinharten Kerne im Fruchtfleisch wären. Aber Bats (Flying Foxes) lieben sie und fressen die Bäume radikal leer – wenn die Bäume überhaupt Früchte tragen. Es hatte hier keine Bienen und auch keine „Native Bees“ (die etwa 3mm grossen, schwarzen Bienen – sie stechen nicht) und darum hatten die Bäume auch kaum Früchte.

Scott und Gary haben sie abgesägt und mit dem grossen Mulcher das ganze Blattwerk und das Holz zu Mulch verarbeitet.

Nun lag ein grosser Haufen Mulch seit Wochen zwischen den Zitrusbäumen und wartete darauf, dass mich ein „Anfall von Arbeitswut“ packt…

Einhagen…

Wenn ich mir das Leben einfacher machen will – weniger jäten und effizienter mähen – dann braucht der Zitrusgarten eine niedrige Mauer.

58 Meter „Sleepers“ 200 x 50 mm im Querschnitt mit einbetonierten Verbindern…

Aber zuerst die „Mauer“ aus behandeltem Pinienholz – damit die Ameisen das Holz nicht fressen.

Mulchen…

Der Zitrusgarten hat eine Fläche von 156 Quadratmetern. Wenn das Gras nicht wieder wachsen soll, dann muss ich nun den ganzen Mulch auf dieser Fläche verteilen und dann noch eine Schicht Heu auflegen.

Wenn das geschafft ist, dann werde ich die Rohre für die Bewässerung verlegen – und wenn es trocken wird, dann öffne ich das Ventil und einen Tag lang fliesst dann das Abwasser aus der Kläranlage an die Wurzeln der Zitrusbäume…

Die Bäume spriessen – es ist eine Freude…

Die Radikalkur hat den Zitrusbäumen offenbar „neues Leben“ eingehaucht.

Der einstmals „blattlose“ Grapefruit-Baum
Auch der Zitronenbaum sieht wie „neu“ aus…
Meine Bienen haben „ihren Job“ gemacht…

Fortsetzung folgt…

Fortsetzung: Nach dem Frust der Ärger…

Ich habe vom Geräusch geträumt…

Ich habe mir das kurze Video mehrmals „angehört“ und nach dem x-ten Mal war mir klar, dass das Geräusch von „Plastik auf Plastik“ kommt und Drehzahl-abhängig ist. Das fokussiert die Fehlersuche…

Deckel weg…

Am hinteren Ende des Motors hat es zwei Schrauben. Wenn man sie löst, kann man nachher die Motorverkleidung lösen – mit ein paar Kniffs… Dann kommt man zum einzigen, rotierenden Plastikteil des Motors: dem Kühlerventilator.

Der Schaden ist mehr als offensichtlich. Auf der linken Seite im Bild fehlt ein Teil des Ringes um die Flügel und oben im Bild ist der Ring bereits gebrochen und die Schleifspuren sind deutlich zu sehen.

Es braucht schon einen „unheilbaren“ Pfuscher…

wenn man beim Zusammenbau einer „revidierten“ Pumpe diesen Schaden übersieht. Er ist derart offensichtlich, dass hinter solchem „Qualitätsbewusstsein“ eigentlich nur eine tiefsitzende Schlamperei denkbar ist.

Spätestens beim ersten Einschalten hätten dem Mechaniker alle Alarmsignale läuten sollen – wenn er die Pumpe nach dem Zusammenbau überhaupt getestet hat…

Mein Ärger-Pegel steigt…

Wenn ich in diesem Land etwas hasse wie die Pest, dann ist es diese weit verbreitete Schlamperei.

Ich habe nun zwei Möglichkeiten: entweder baue ich die Pumpe wieder aus und bringe sie nach Brisbane zurück. Das wären dann wieder mehr als 4 Stunden Autofahrt und weil ein Ersatzteil vermutlich bei Aquamech Services nicht auf Lager liegt, müsste ich entweder auf einen Ersatz hoffen oder die Pumpe dort lassen und dann Tage später wieder 4 Stunden in meinem LandCruiser sitzen und die „revidierte“ Pumpe abholen.

Oder ich könnte die Pumpe in einen schweren Karton verpacken und ein Transportunternehmen beauftragen, dieses Paket abzuholen. Die Garantie bezieht sich immer auf „Bring-in“, also fallen die Kosten und die Zeit für das Verpacken immer zu meinen Lasten aus…

Oder ich könnte dort anrufen und von der Werkstatt verlangen, dass sie mir ein neues Ventilatorrad schicken. Aber die Motorachse und der Seeger-Ring sind derart verrostet, dass das nur mit viel Murksen zu machen wäre…

Ich will aber in den kommenden Tagen im Pool baden…

Also mache ich etwas, was nicht ganz „sauber“ ist: ich „amputiere“ das bereits angebrochene Stück des Ringes heraus, sodass es nicht mehr am Gehäuse kratzen kann.

Diese Pumpe läuft nur in den ersten 5 Minuten mit voller Drehzahl und danach für die restlichen Stunden auf halber Drehzahl. Also müsste der Ventilator das aushalten und die Kühlung des Motors aufstreichend sein.

Aber es kommt noch schlimmer…

Ich mache diese „Amputation“ und baue das Luftleitgehäuse – mit ein paar Kniffs – wieder zusammen. Ich schalte die Pumpe ein und sie läuft fast geräuschlos…

Aber das Filtergehäuse am Pumpeneingang will sich nicht richtig füllen… Die Pumpe saugt irgendwo Luft an.

Ich kontrolliere die Anschluss-Muffen am Einlass und Ausllass und kann kein Leck finden. Dann schraube ich den Deckel des Filtergehäuses ab – und dann platzt mir der Kragen!

Der O-Ring im Glasdeckel fehlt! Wenn auf der Saugseite der Pumpe Luft einströmen kann, dann fördert die Pumpe nicht richtig und der „Chlorinator“ (er trennt das Salz in Natrium und Chlorgas) kann nicht funktionieren.

Der Pfuscher in der Werkstatt hat beim Zusammenbau der Pumpe schlicht „vergessen“, dass der Deckel nur dann dicht ist, wenn der O-Ring das Einziehen von Luft verhindert.

Ich kaufe beim örtlichen Pool Service einen O-Ring für $22.00. ich baue ihn ein und nun läuft Pumpe ordnungsgemäss.

Aber der Ärger ist noch nicht vorbei, denn die 22 Dollar bringen mich nicht um, aber ich könnte mir dafür eine gute Flasche Wein kaufen. Also muss ich eine Reklamation schreiben und ein Ersatzteil verlangen und eine Vergütung für die 22 Dollar… Ich habe Ja nichts Besseres zu tun…!!!

Ich bin total frustriert…

„In pretty bad shape…”

Vor ein paar Wochen hat sich die Pumpe des Pools „zu Wort gemeldet…“. Mit einem immer deutlicher hörbaren Geräusch.

„Geräte reden…“ sagen viele Ingenieure – aber ihre Sprache steht in keinem Lexikon und an der Uni wird dieses Fach nicht gelesen. Man – also der Ingenieur – hat keine andere Wahl, als diese Sprache nach dem Studium in der Freizeit oder bei der Arbeit zu lernen.

Man muss allerdings das „Ding“, welches zu reden beginnt, kennen und seine Mechanik verstehen, um das Geräusch dem „Ding“ zuordnen zu können. Es braucht viel Geduld und Erfahrung, um das „Rauschen“ eines Kugellagers zweifelsfrei erkennen zu können. Sie sitzen im Allgemeinen tief im Innern einer Maschine und das Geräusch muss durch viele Lagerschalen, Öle und dann durch das Gehäuse bis ans Ohr des Ingenieurs gelangen.

Aber bei der Pool Pump war der Fall ziemlich eindeutig. Eine Pool Pumpe steht jeden Tag an der Sonne von Queensland, gelegentlich wochenlang im Regen und die wenigsten Hauseigentümer setzen die Pumpe und das Filter und die Steuerelektronik in ein Schatten-spendendes „Häuschen“.

Hier steht das ganze System seit über 20 Jahren offen neben dem Pool. Ein hartes Leben für Mechanik und Elektronik…

Man beachte die „im Freien“ liegenden Steckdosen…!!!

Nun hat die Korrosion zugeschlagen…

Neben der Sonne hat die ganze Einrichtung auch noch andere Feinde: das salzige Pool-Wasser und das Chlor im Wasser. Das hält eine Pumpe vielleicht zwanzig Jahre aus, dann geben die Lager „den Geist“ auf und sie „beginnen zu reden“…

Anfänglich leise, später deutlicher, bis es am Ende dem Ingeniuer „auf die Nerven geht“ – und er die Pumpe ausbaut…

Der Mechaniker weigert sich…

Sie liegt nun beim örtlichen Fachgeschäft für Pumpen und Verrohrungen. Dann kommt der Anruf des Mechanikers mit der schlechten Botschaft: „Your pump is in pretty bad shape…”

Ich fahre hin und schaue mir die Pumpe ganauer an – ich muss dem Mechaniker Recht geben… Ich nehme sie wieder mit.

“The reconditioned pump”

Fast jeder hat einen Pool. Das ist ein sicherer Markt für die Anbieter von Pumpen, Filtern, Chemikalien und Zubehör. Jedes Kaff hat mindestens ein solches Geschäft – über Aufträge können sie nicht klagen. Die Preise sind happig…

Eine neue Pumpe kostet über 1‘200 Dollar. Jeder Pumpenhersteller hat seine eigenen Abmessungen und Anschlussmasse – man kann also nicht einfach bei TEMU einen Ersatz aus China kaufen…

Aber in Brisbane gibt es eine kleine Firma, welche Pumpen restauriert und „aufbereitete“ Pumpen verkauft – etwa zum halben Preis einer neuen Pumpe. Mit 12 Monaten Garantie…

Ich rufe an und sie haben einen Ersatz. Er sei noch heute verfügbar.

140km sind es bis dorthin – wenn alles rund läuft, dann sind das 1h40. Aber weil es quer durch Brisbane geht, dauert die Fahrt mehr als zwei Stunden… Die Pumpe liegt bereit, ich gebe meine alte Pumpe ab und fahre wieder 2 Stunden auf der vollen Autobahn zurück.

Ich montiere die „neue“ Pumpe und freue mich auf das Bad im Pool am späteren Nachmittag…

Wasser einfüllen, Schauglas schliessen und anlassen…

Willkommen In Australien – dem Land der „Alleskönner und Pfuscher“…

Sie tönt schlimmer als meine Kettensäge und sie hat einen unüberhörbaren, mechanischen Schaden…

Ich bin total frustriert.

„A Must to have?“ – „A Need to walk?“

Noosa National Park

Jeder Tourismusort entlang der Ostküste Australiens braucht offenbar einen „National Park“. Das gehört irgendwie zum „Stadt-Marketing“.

Ich habe vor fast zwei Jahren meinen ersten Walk entlang der Küste im Noosa National Park gemacht. Port Macquarie hat auch einen „Coastal Walk“ (Nummer 2 bei TripAdvisor – Koala Hospital Nummer 1) und darum waren meine Erwartungen hoch gesteckt…

Es war heiss, der Weg entlang der Küste eher „gewöhnlich“, der Wald auch wie jeder andere Wald und etwas unspektakulär. Ich habe meinen Weg fortgesetzt bis ans andere Ende des Noosa NP – nach Sunshine Beach. Der Coffeeshop des Beach Club war geschlossen und darum habe ich auf einen Cappuccino verzichten müssen und bin mit dem Bus etwas frustriert an den Ausgangspunkt zurück gekehrt.

Dann habe ich es bleiben lassen und jeweils für meine morgendlichen Wanderungen den Weg entlang des Noosa River gewählt – mit Rückfahrt auf der Ferry…

Aber irgendwann wird jede Strecke langweilig…

Je nach Wetter und Temperatur habe ich meinen Walk mit einem Icecream, einer eiskalten Coke oder einem Cappuccino beendet und dann auf dem Oberdeck der Fähre die Rückfahrt genossen.

Vor ein paar Wochen habe ich mir die Karte des Noosa NP ausgedruckt und dann einen Weg quer durch den Park gesucht. Um 7:30 war es noch kühl und kein Sonnenstrahl hat den dichten Wald im Innern des Parks erhellt. Ich war mehr oder weniger allein unterwegs, nur begleitet vom fernen Rauschen der Brandung. Sonst war es still, kein Vogel war zu hören, kein Tier zu sehen und nur ein einziger Bush Turkey hat meinen Weg gekreuzt.

Die Frische des Waldes war angenehm, der Weg teils steinig mit viel Wurzelwerk und stetig ansteigend bis auf den „Gipfel“ des „Noosa Hill“. Was ich erwartet hatte, war nicht zu sehen – nämlich eine. Aussicht auf die Küste oder das Hinterland. Nur ein Steinhaufen hat den „Gipfel“ gekennzeichnet und rund herum waren nur Bäume zu sehen. Auch nicht ganz, was ich gesucht hatte…

Neuer Versuch…

Ich habe die Karte wieder studiert und einen Weg gefunden, welcher um den Noosa Hill herum führt. Aber weder mein Wander-App, noch Google Maps hat mir den richtigen Weg gezeigt und so bin ich auf einem schlechten „Management Acces Track“ gelandet – viel Sand und viele Auf-und-Ab…

Der nächste Versuch war dann erfolgreich – die National Park Verwaltungen könnten etwas von Schweizerischen Wanderweg-Signalisationen lernen…

Nun ist das schon zum wiederholten Mal meine neue Wanderroute geworden – gute anderthalb Stunden bis zum Cappuccino in Sunshine Beach – und zurück mit dem Bus

Der Noosa NP liegt auf einer hunderttausend Jahre alten Sanddüne. Auf der Küstenseite ist der Sand fein und fast weiss und auf der westlichen Seite eher hellgrau und nicht ganz so fein – das ist wirklich das einzig Spezielle an diesem National Park…

Aber als morgendlichen Walk abseits des Rummels ist er gut genug…

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