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The Boss
Eigentlich müsste es kein Problem sein im sogenannten Chinatown ein Chinese Restaurant zu finden. Es gibt viele… aber mein Blick ist wählerisch. Wenn auf den Tischen Messer und Gabel liegen und das Publikum nach Touristen aussieht, dann gehe ich weiter…
Hier im Emperors Garden steht der Boss beim Eingang. Klein, kräftig und mit dezidiertem Blick. Er wird mich nicht fragen, ob das Essen gut gewesen sei. Er weiss, was seine Küche leistet. Denn sonst würden ihm seine chinesischen Gäste längst davon gelaufen sein.
Ich trete ein und er begleitet mich an „meinen“ Tisch. Er weiss wo ich sitzen muss. Die Speisekarte ist ausgiebig und ich finde auf Anhieb mein Gericht: Chrispy Beef Peking Style. Und dazu ein Tsing Tao.
Mein Gericht braucht eine Weile, denn es muss frisch gebacken sein und darf nicht bereits in der Peking-Sauce pampig werden. Essen vom Feinsten – und weil es so gut ist, spielt das Ambiente eigentlich keine grosse Rolle. Und dass der Küchengehilfe später drei grosse „Red Bins“ durch den Speisesaal auf die Strasse karrt, ist eben Chinatown-Folklore. Am Circular Quay hätte ich nicht besser gegessen, aber vielleicht etwas „nobler“.
Der Boss ist ständig in Aktion und er sieht alles sofort. Auch mein leeres Tsing Tao… So muss ein Boss sein! Und zum Abschied bringt er mit meine Jacke, die ich über der Stuhllehne habe liegen lassen…
Noch eine Nacht im kurzen Bett
Eigentlich ist das unglaublich. In einem Hotel, in welchem die Nacht knappe 400 Dollar kostet, in einem Bett von 180 cm Länge liegen zu müssen. Theoretisch hängen dann 8 cm meiner Füsse „in der Luft“. In der Praxis sind es mehr und da hilft nur noch „diagonales Liegen“.
Auch sonst wird meine Bewertung auf „Booking.com“ mit einem ätzenden Spruch beginnen und nicht freundlicher abschliessen. Sollte ich wieder einmal in Sydney übernachten müssen, dann suche ich mir einen Vorort mit Bahnanschluss und bezahlbaren Preisen. Irgendwie regt sich in mir ein innerer Widerstand gegen diese Art von „Geschäfte-machen“. Aber solange wie hier Crews von Fluggesellschaften und Business People ein und aus gehen, wird sich nicht nur im Mercure, sondern auch in den anderen Hotels nichts ändern. Wer in einem knappen Markt das Angebot hat, der macht die Preise…
Royal Botanic Garden Sydney
Was ist königlich an einem Botanischen Garten? Irgendwie können es die Australier nicht lassen, immer wieder das englische Königshaus und darum ihre „Royale“ Abstammung einzuflechten.
Das Wetter ist paradiesisch und ich liebe diesen starken Wind. Es ist Donnerstag und darum sind die weiten Wiesen zwischen den „Themen“ leer. An Wochenenden muss man vermutlich mit seinem Picknick um einen Platz kämpfen.
Botanische Gärten haben etwas „Entschleunigendes“ an sich. Wenn ich mir nicht klar mache, dass ich bis am Mittag Zeit habe, dann werde ich wohl an den kleinen Dingen vorbei laufen.
Man muss diesen Garten „mit System“ durchwandern, sonst verpasst man das Beste. Und was das „Royale“ betrifft, so war dieser Garten einmal der Garten des Gouverneurs Palastes. Und wurde dem „gemeinen Volk“ geöffnet, damit dieses die einheimischen und die importierten Planzen kennen lerne…
Powerhouse Museum
Museen sind mühsam! Aber wenn sie gut gemacht sind, dann auch spannend. Hier im ehemaligen Kraftwerk für die elektrische Strassenbahn von Sydney, ist nun ein Technikmuseum untergebracht. Sehenswert anders, mit vielen Möglichkeiten zum Spielen und Erleben…
Ich kann kaum noch auf den Füssen stehen und darum mache ich nun eine „sitzende Heimreise“. Mit der Strassenbahn – Ja, man hat sie nach der Abschaffung der alten Strassenbahnen wieder neu erfunden – fahre ich bis Darling Harbour und dann mit der Fähre zum Circular Quay und von dort mit dem Sydney Train bis Central. Und wenn ich zwischen diesen Verkehrsmitteln nicht zusammenbreche, dann lande ich in anderthalb Stunden auf meinem viel zu kurzen Bett – mit den Füssen in der Luft…
Auf Italienisch bestellen
Das Ristorante Macchiato ist voll. Vor mir warten schon einzige Leute… aber als Single komme ich relativ rasch zu einem Tisch – mit bester Aussicht auf ein unglaubliches Gewühle. Bella Italia!!!
Ich bestelle auf Italienisch, das schafft gleich einen Bonuspunkt und ein freundliches Lächeln im Stress des Cameriere. Nur beim Vorschlag ein italienisches Bier zu bestellen, winke ich höflich ab. Könnte ja sein, dass es nicht besser ist als der Chianti vom Montag…
