Die Nacht war ruhig…
nur ein paar hörbare Windböen sind wellenförmig über den Hügel gezogen.
Die Pool-Abdeckung habe ich gestern Abend über den Pool gezogen – trotz allen Warnungen, dass man die ganze Pool-Abdeckung aufrollen und die ganze Rolle an einem sicheren Ort aufbewahren solle…
Und weil es auch gestern warm und trocken war – es hat seit Tagen nicht mehr geregnet – haben wir den Garten bewässern müssen…
Die Panikmache und ihre Folgen
Im Zweistundenrhythmus klingelt mein iPhone – und alle anderen auch – und BOM sendet wieder eine „Severe Weather Warning“.
Und weil die Medien eine „Full Coverage“ über TC Albert liefern, steigt die „Aufmerksamkeit“ der Fernsehzuschauer und jener, welche den Blick nicht mehr vom Smartphone lösen können. Je spektakulärer die Bilder und Kommentare, desto höher die Einschaltquoten…
Die „Krise“ wird medial herauf beschworen – und das hat Folgen…
Das Regal mit den Eiern im Supermarkt ist leer – schon seit gestern. Und bei den Teigwaren und den Dosen ist der Bestand fast auf „leer“. Alles was abgepackt ist und haltbar ist, wird in den Warenkorb gelegt – und für die „Krise“ in der Küche versorgt.
Die Schlangen an den Tankstellen sind lang und bei einigen sind die Zapfsäulen bereits gesperrt.
Das Problem liegt in der Fokussierung auf die Sensation – die Fakten werden eher nebensächlich. Wenn die Medien ihre „Berichterstattungen“ auf die Fakten konzentrieren würden, dann müssten sie für die einzelnen Küstenabschnitte leicht verständliche Prognosen machen und jene Gebiete bezeichnen, welche nicht oder nur wenig betroffen werden.
Das Abschalten des Öffentlichen Lebens
Seit Mittwoch sind die Schulen in der „Gefahrenzone“ geschlossen. Züge, Busse und Fähren fahren in Brisbane und den näheren Küstenorten auch nicht mehr. Die Flughäfen sind geschlossen und die Bilder aus Brisbane gleichen einer ausgestorbenen Stadt.
Auch in Noosa ist die Kehrichtabfuhr eingestellt und er ÖV ist stillgelegt. Die Verwaltungen sind geschlossen.
Nur an der Küste herrscht „Hochbetrieb“. Das Spektakel eines Tropical Cyclones wollen sich viele nicht entgehen lassen. Die Vernünftigen wahren Abstand zu den unberechenbaren Brechern, die etwas weniger vernünftigen begeben sich in die Fluten mit ihren Surfboards und Jetskies – man beweist „Mut“ und Draufgängertum. Die Strände sind seit Mittwoch gesperrt!
Freitagmorgen 7. März 2025 – Weiter nördlich?
In der Natur bewegt sich nichts geradlinig – alles ist immer in wellenförmigen Bewegungen. Auch der TC Alfred „schlägt Haken“ und straft die Meteorologen Lügen. Er ist und bleibt unberechenbar.
Er hat die Küste erreicht. Das Zentrum trifft 50km nördlich von Brisbane auf die Küste. Die Zone (rot in der Karte) mit den „destructive Winds“ ist allerdings etwa 100km breit und trifft Brisbane voll. „Destructive Winds“ haben Windgeschwindigkeiten von über 100km/h. Das bedeutet einen Staudruck von etwa 720 Kilogramm pro Quadratmeter!
Abgesehen von Schäden an Gebäuden wird die ganze Küste schwer beschädigt werden. Nach dem Durchzug von TC Alfred wird kein Strand mehr so aussehen wie zuvor…
Es bläst immer noch aus Südwesten, der Himmel ist grau und gelegentlich fällt ein Nieselregen. Aber wirklich nass wird es nicht. Wir sind auf der „ungefährlichen“ Seite von TC Alfred…
